Bismarckstraße

Jeder hat als Mitglied der Gesellschaft das Recht auf soziale Sicherheit und Anspruch darauf, durch innerstaatliche Maßnahmen und internationale Zusammenarbeit sowie unter Berücksichtigung der Organisation und der Mittel jedes Staates in den Genuß der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte zu gelangen, die für seine Würde und die freie Entwicklung seiner Persönlichkeit unentbehrlich sind.

(Artikel 22 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte)

Warum die Bismarckstraße?

Otto von Bismarck, geboren am 1. April 1815, gestorben am 30. Juli 1898, war Politiker und Kanzler im damaligen deutschen Kaiserreich. In seiner Regierungszeit von 1871 bis 1890 prägte er das ehemalige Kaiserreich maßgeblich.

Was hat Otto von Bismarck mit den Menschrechten zu tun?

Unter der Regierung von Otto von Bismarcks wurden erstmal Sozialgesetzte eingeführt, also eine Unfall-, Kranken- und Rentenversicherung. Er schaffte somit eine grundlegende Versicherung für Menschen, die sich gerade verletzt haben, zu alt zum Arbeiten oder krank waren. Er wahrte somit Artikel 22 „Das Recht auf soziale Sicherheit“.

Andererseits brach er auch viele Menschenrechte. Die von ihm geschaffenen Sozialgesetze waren beispielsweise nur da, um mehr Wählerstimmen zu bekommen. Bismarck war kein Freund von den Arbeiter*innen und der sozialistischer oder sozialdemokratischer Vereinigungen, deshalb verabschiedete er die Sozialgesetze, um sozialdemokratischen Parteien Stimmen wegzunehmen. Außerdem verabschiedete er ein Gesetz, das sozialdemokratische und sozialistische Vereinigungen und Zeitungen verbot und Politiker*innen überwachte. Er machte also Anhänger*innen der SPD und anderen Arbeiter*innenbewegungen die Arbeit schwer. Er verletzte damit die Menschenrechte wie den Artikel 19 „Recht auf freie Meinungsäußerung“ und den Artikel 21 „Recht auf Demokratie und freie Wahlen“, weil Menschen daran hinderte sich in demokratischen Vereinen zu engagieren und ihre Meinung zu äußern.