Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße

Helene-Lange Schule

1. Jeder hat das Recht auf Bildung. Die Bildung ist unentgeltlich, zum mindesten der Grundschulunterricht und die grundlegende Bildung. Der Grundschulunterricht ist obligatorisch. Fach- und Berufsschulunterricht müssen allgemein verfügbar gemacht werden, und der Hochschulunterricht muß allen gleichermaßen entsprechend ihren Fähigkeiten offenstehen.
2. Die Bildung muß auf die volle Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit und auf die Stärkung der Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten gerichtet sein. Sie muß zu Verständnis, Toleranz und Freundschaft zwischen allen Nationen und allen rassischen oder religiösen Gruppen beitragen und der Tätigkeit der Vereinten Nationen für die Wahrung des Friedens förderlich sein.
3. Die Eltern haben ein vorrangiges Recht, die Art der Bildung zu wählen, die ihren Kindern zuteil werden soll.

(Artikel 26 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte)

Wer war Helene Lange?

Helene Lange, geboren am 9 April 1848 in Oldenburg, war eine deutsche Lehrerin, Politikerin und Bürgerrechtlerin. Sie empfand die damalige schulische Bildung von Mädchen im Vergleich zu der schulischen Bildung der Jungs als sehr ungerecht, weil Mädchen damals lediglich auf ein Leben als Ehefrau vorbereitet wurden. Sie kämpfte deshalb sehr lange dafür, dass junge Frauen in der Schule auch auf mehr vorbereitet werden als das Leben als Hausfrau, um im Anschluss ihrer schulischen Ausbildung einen Beruf zu erlernen oder auch in der Politik und der Gesellschaft aktiv mitentscheiden zu können. Außerdem setzte sie sich auch für die Stärkung von Lehrerinnen und für das Wahlrecht von Frauen ein. In der Weimarer Republik war sie Mitglied der Partei DDP und war in der Hamburger Bürgerschaft, dem dortigen Parlament. Sie starb im Alter von 82 Jahren in Berlin.

Der Name der Schule Helene Lange ist durch ihren langen Kampf von Helene Lange für mehr Bildung für Frauen eng verbunden mit Artikel 26 der Menschenrechte „Jeder hat ein Recht auf Bildung“ unabhängig von Herkunft oder Geschlecht.

Was gibt es noch zu entdecken?

Vor dem Eingang der Schule hängt ein Schild mit der Aufschrift „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Dieses Schild soll alle Schüler*Innen, Lehrer*Innen und alle anderen Menschen in der Schule erinnern wie wir lernen und arbeiten wollen. Alle in der Schule sollen sich dafür einsetzen, die Schule frei von Rassismus, Gewalt und Mobbing zu gestalten. Die Helene-Lange-Schule soll ein Ort frei von jeglicher Ausgrenzung sein.

Das Schild „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ steht auch für den Artikel 26. „Jeder hat ein Recht auf Bildung“, aber auch für den Artikel 2 „Niemand darf diskriminiert werden“.